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Was B2B-Beschaffung in der Praxis bedeutet

Leitfaden · Lesezeit etwa 7 Minuten

Beschaffung ist die Arbeit, die ein Unternehmen leistet, bevor überhaupt eine Bestellung ausgelöst wird: genau festzulegen, was gebraucht wird, Betriebe zu finden, die es herstellen können, deren Eignung zu belegen und Konditionen zu vereinbaren, die der Wirklichkeit standhalten. Diese Seite erklärt diesen Ablauf und das Vokabular, das Einkäufern dabei begegnet.

Was den Handel zwischen Unternehmen ausmacht

Im Endkundengeschäft steht der Preis auf dem Etikett und die Bedingungen liegen fest. Im B2B-Geschäft liegt so gut wie nichts fest. Menge, Spezifikation, Verpackung, Lieferzeit, Zahlungs- und Lieferbedingungen werden gemeinsam verhandelt, und wer an einer Stellschraube dreht, verschiebt die anderen mit. Ein Angebot, das bei zehntausend Stück günstig aussieht, ist bei tausend Stück womöglich gar nicht zu bekommen; eine kürzere Lieferzeit erkauft man in der Regel mit einem höheren Preis oder schlechteren Zahlungsbedingungen. Den Stückpreis für das Geschäft zu halten ist der häufigste und teuerste Anfängerfehler.

Der übliche Ablauf einer Beschaffung

  1. Spezifikation. Schriftlich festhalten, was das Produkt sein muss: Maße, Werkstoffe, Toleranzen, Oberfläche, Verpackung, Kennzeichnung, einschlägige Normen und jede Zertifizierung, die der Zielmarkt verlangt. Eine unausgesprochene Spezifikation ist keine Spezifikation, sondern ein Streit mit Anlaufzeit.
  2. Lieferantensuche. Eine Longlist aus Messen, Verzeichnissen, Branchenverbänden und Empfehlungen aufbauen. Hersteller und Handelsgesellschaften auseinanderhalten — beide sind seriös, unterscheiden sich aber in Marge, Beweglichkeit bei der Spezifikation und Qualitätssicherung.
  3. Qualifizierung. Prüfen, ob der Vertragspartner existiert, registriert ist, über die nötigen Anlagen verfügt und bereits in Ihre Region exportiert hat. Gewerbeerlaubnis, Exporthistorie, Auditberichte und Referenzen anfordern.
  4. Angebotsanfrage. Allen Kandidaten dieselbe schriftliche Spezifikation schicken, damit die Antworten vergleichbar sind, und in jedem Angebot eine Lieferbedingung sowie eine Bindefrist verlangen.
  5. Muster. Zuerst ein Lagermuster zur Einschätzung der grundsätzlichen Fähigkeiten, danach ein nach Ihrer Spezifikation gefertigtes Vorserienmuster. Dieses schriftlich freigeben; es wird zum Maßstab, an dem die Serie gemessen wird.
  6. Fertigung und Prüfung. Vorab vereinbaren, wer wann nach welchem Standard prüft und was geschieht, wenn die Ware durchfällt.
  7. Versand und Dokumente. Die Papiere gehören zum Produkt: ein Fehler in der Handelsrechnung oder in der Ursprungserklärung hält einen Container noch an der Grenze fest, wenn mit der Ware selbst längst alles in Ordnung ist.
  8. Nachbetreuung. Fehlerquoten, Terminverzüge und Reklamationen je Lieferant festhalten. Erst diese Aufzeichnung macht aus einer glücklichen ersten Bestellung eine verlässliche zweite.

Entscheidend ist der Landed Cost, nicht der Stückpreis

Ob sich ein Einkauf gerechnet hat, entscheidet der Landed Cost: alles, was aufgewendet wurde, um eine verkaufsfähige Einheit ins eigene Lager zu bekommen. Er besteht aus weit mehr als dem Angebotspreis.

Qualitätssicherung in vier Stufen

StufeZeitpunktWas sie aufdeckt
Vor der FertigungVor Produktionsbeginn Falsche Werkstoffe oder Bauteile im Werk
Während der FertigungBei etwa 20–60 % Fortschritt Einen systematischen Fehler, solange er noch korrigierbar ist
Vor dem VersandWare fertig und verpackt Fehlerquote, Menge, Kennzeichnung und Verpackung gegen das Freigabemuster
Beim VerladenContainerbeladung Dass tatsächlich die geprüfte Ware in den Container gelangt

Begriffe, die man kennen sollte

Wo Geschäfte üblicherweise scheitern

Diese Seite ist allgemeine Information darüber, wie Beschaffung funktioniert, veröffentlicht von der Line Markt LLC, während sich ihre Plattform in Vorbereitung befindet. Sie ist keine Einkaufs-, Rechts- oder Zollberatung und beschreibt keine derzeit angebotene Leistung.

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